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Factsheet_3_tabakentwöhnung



Dieses Factsheet stellt eine Zusammenfassung der wichtigsten Aspekte zum Thema Rauchstopp
und Tabakentwöhnung
dar und erhebt keinen Anspruch auf inhaltliche Vol ständigkeit.
Warum soll das Rauchen aufgegeben werden?
Der wichtigste Grund den Tabakkonsum zu beenden, ist die Gesundheit. Zu den gesundheitlichen
Konsequenzen des Tabakkonsums zählen Krebserkrankungen wie Lungen-, Kehlkopf-, Speiseröh-
ren-, Harnleiter-, Blasen-, Gebärmutterhals-, Nieren-, Mundhöhlen-, Bauchspeicheldrüsen-, Magen-
krebs und Leukämie, Herz- und Gefäßerkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall), Atemwegserkrankun-
gen und -beschwerden (COPD, Bronchitis, Lungenentzündungen) sowie Unfruchtbarkeit bei Frauen,
Impotenz bei Männern, Schwangerschaftskomplikationen, Grauer Star etc. Ungefähr die Hälfte der
Raucher/innen, die weiterrauchen, stirbt an den Folgen des Tabakkonsums. Das Rauchen aufzuge-
ben bedeutet wesentlich gesünder und länger zu leben.
Für den Entschluss das Rauchen aufzugeben spielt neben der eigenen Gesundheit auch das Wohler-
gehen anderer eine wesentliche Rolle. Vor al em Säuglinge, Kleinkinder, Kinder, Schwangere, Anges-
tellte der Gastronomie etc. sind oftmals unfreiwillig den Auswirkungen des Passivrauchs (d.h. dem
ausgeatmeten Rauch und dem Rauch der brennenden Zigarette) und damit denselben gesundheitli-
chen Risiken wie die Raucher/innen ausgesetzt.
(Quel e: dkfz, 2005)

Wie groß ist die Bereitschaft der Raucher/innen das Rauchen aufzugeben?
Bei 70% der befragten steirischen Raucher/innen besteht grundsätzlich die Bereitschaft das Rauchen
aufzugeben (24% haben eine sehr hohe Bereitschaft, 16 % eine hohe Bereitschaft, 30 % eine mittlere
Bereitschaft). Männer und Frauen unterscheiden sich dabei nicht signifikant voneinander. Altersbe-
dingt gibt es jedoch tendenzielle Unterschiede bei den Befragten. Auffal end ist, das die 60-69jährigen,
die 50-59jährigen, sowie die 30-39jährigen überdurchschnittlich häufig bereit sind, mit dem Rauchen
aufzuhören. Im Gegensatz dazu liegt die Bereitschaft der mittleren Altersgruppe (40-49 Jahre) das
Rauchen zu quittieren mit nur 28% bei sehr hoher/hoher Motivation signifikant darunter. Weiters geht
aus der Befragung hervor, dass zwischen der Bereitschaft das Rauchen aufzugeben und der Anzahl
der täglich gerauchten Zigaretten ein Zusammenhang besteht. Raucher/innen, die angaben, bis zu 10
Zigaretten pro Tag zu rauchen, zeichnen sich durch eine sehr hohe bzw. hohe Bereitschaft aus, das
Rauchen aufzugeben. Starke Raucher/innen, die mehr als 20 Zigaretten pro Tag rauchen, haben da-
gegen eine geringe bis sehr geringe Bereitschaft, etwas an ihrem Rauchverhalten zu ändern.
(Quelle: VIVID, 2007; Alter 15+ J., n=644)
Abb. 1: Rauchstopp-Bereitschaft der steirischen Raucher/innen nach Alter
Quelle: VIVID, 2007, Alter 15+ J., n=648
Factsheet 3 - Tabakentwöhnung

Hintergründe und steirische Fakten

Was sind Gründe, warum Raucher/innen, das Rauchen aufgegeben haben?
Für mehr als ein Drittel der steirischen Ex-Raucher/innen lag der Grund für den Rauchstopp in der
Sorge vor den möglichen gesundheitlichen Folgen. Mehr als ein Viertel gab das Rauchen aufgrund
bereits bestehender gesundheitlicher Beschwerden oder Erkrankungen auf. Auch die finanziel e
Ersparnis spielte eine nicht unwesentliche Rolle – für ein Fünftel der Ex-Raucher/innen in der Stei-
ermark war der Zigarettenpreis der entscheidende Grund für den Rauchstopp.
(Quelle: VIVID, 2007, Alter 15+ J., N=649)

Warum kennt jede/r eine/n 90jährige/n Raucher/in, die/der trotz jahrelangen Zigarettenkon-
sums so alt wurde?
Statistisch gesehen stirbt die Hälfte der regelmäßigen Raucher/innen durch die Folgen ihres Ta-
bakkonsums im Schnitt um 10 Jahre früher als lebenslange Nichtraucher/innen. Da es sich bei
diesen Angaben jedoch um statistische Wahrscheinlichkeiten und nicht um unabänderliche Tatsa-
chen handelt, rechnen die meisten Raucher/innen nicht damit, irgendwann selbst davon betroffen
zu sein. Ein Rauchstopp erhöht aber auf jeden Fal die Chance, sich auch noch im hohen Alter
bester Gesundheit zu erfreuen!
(Quelle: Doll et al., 2004)
Aus welchen Gründen würden Raucher/innen das Rauchen sein lassen?
Für die Mehrheit der rauchenden Steirer/innen wären in erster Linie die gesundheitlichen Konse-
quenzen des Tabakkonsums (bestehende Beschwerden und ernsthafte Erkrankungen) ein Grund,
um mit dem Rauchen aufzuhören.
(Quelle: VIVID, 2007, Alter 15+ J., N=649)
Gründe das Rauchen aufzugeben (Mehrfachnennungen)
Gesundheitliche
Beschwerden
Eingetretene
ernsthafte Erkrankung
Sorge vor
gesundheitlichen Folgen
finanzielle Ersparnis
Schwangerschaft
Sonstiges*
Ernsthafte Erkrankung bei
Freund / Bekanntem /
Angehörigem
Aufklärung durch Arzt
Familienangehörige /
Kinder / Freund/in
Kein schlechtes
Vorbild sein
* der vorhandene eigene Wille, Berichte und Informationen Rauchfreie Umwelt
über die Schädlichkeit, wenn es nicht mehr schmeckt, Abb. 2: mögliche Gründe der steirischen Raucher/innen für den Rauchstopp
Quelle: VIVID, 2007, Alter 15+ J., n=649
Welche Unterstützung wünschen sich die Steirer/innen beim Rauchstopp?
Primär wünscht sich die Mehrheit der steirischen Raucher/innen, die zumindest ein wenig Bereitschaft
zum Rauchstopp aufwiesen (58,9% fanden Angebote zur Unterstützung zumindest wenig interessant)
mehr Informationen zu den verschiedenen Entwöhnungsmethoden (67%). Wissenswertes dazu findet
sich in diesem Factsheet bzw. auf www.rauchfrei-dabei.at. Auch Selbsthilfeseminare (42%) sowie
medikamentöse (41%), psychologische (45%) und alternativmedizinische (54%) Unterstützung wer-
den häufig genannt. Für 40% wären auch Raucherberatungsstel en wünschenswert.
(Quelle: VIVID, 2007, Alter 15+ J., N=649)
Factsheet 3 - Tabakentwöhnung

Hintergründe und steirische Fakten
Welche Angebote zur Entwöhnung werden gewünscht?
Information zu
Raucher entwöhnungs-
methoden
Alternativmedizinische
Unterstützung
Unterstützung durch
Arbeitgeber am Arbeitsplatz
Psychologische Unterstützung
Selbsthilfeseminar
Medikamentöse Unterstützung
Raucherberatungsstellen
Telefonische Beratung
Abb. 3: Wunsch der steirischen Raucher/innen nach Entwöhnangeboten
Quelle: VIVID, 2007, Alter 15+ J., n=649
Was ist die beste Methode für den Rauchstopp?
Die beste Methode gibt es nicht. Wichtig ist, in einer fachlichen Beratung die individuel en Rauchge-
wohnheiten und vorherige fehlgeschlagene Aufhörversuche zu erfassen und auf Basis dieser die pas-
sende Methode festzulegen.
(Quelle: Kunze et al., 1998)

Was ist eine Nikotinersatz- bzw. -substitutionstherapie? (Kaugummi, Pflaster, Nasensprays…)
Der Einsatz von Nikotinersatzpräparaten ist erst bei stärkerer Tabakabhängigkeit - ab 10-20 Zigaret-
ten pro Tag - sinnvol und/oder wenn Sie die 1. Zigarette am Tag bereits weniger als 30 Minuten nach
dem Aufstehen rauchen. In diesen Fäl en erzielen Nikotinersatzpräparate eine gute Wirksamkeit, vor
willkürlichem Gebrauch ist jedoch abzuraten. Am besten Sie fragen Ihren Arzt/Ihre Ärztin, denn gute
Beratung und individuelle Abstimmung können die Erfolgsrate verdoppeln.

Nikotin-Kaugummis
eignen sich besonders für sogenannte Situationsraucher/innen. Darunter ver-
steht man jene Raucher/innen, die vor al em in Gesel schaft, bei Stress, etc. zur Zigarette greifen. Die
Wirkung des Kaugummis tritt erst nach circa 20 Minuten ein und hält in der Regel zwei bis vier Stun-
den an. Allen, denen der Kaugummi anfangs etwas zu scharf schmeckt, wird empfohlen, ihn einfach
für einige Zeit in der Backentasche zu parken.
Nikotin-Tabletten wirken gleich wie Nikotin-Kaugummis und eignen sich insbesondere für Menschen,
die keine Kaugummis kauen können oder wollen.
Nikotin-Inhalatoren
haben dieselbe Wirkungsdauer wie Kaugummis. Da der Inhalator bei der An-
wendung ähnlich wie beim Zigarettenrauchen zum Mund geführt wird und daran gesaugt werden
muss, kann es sein, dass manchen Raucher/innen der Rauchstopp mit Hilfe des Inhalators schwerer
fäl t.
Nikotin-Nasalsprays
sind das Nikotinersatzpräparat mit dem schnellsten Wirkungseintritt (nach ca.
10 Minuten), dafür beträgt die Wirkungsdauer nur etwa 1 Stunde. Anfangs scharf für die Nasen-
schleimhäute, die Gewöhnung erfolgt jedoch nach wenigen Tagen. Der Nasalspray sollte nicht zu oft
am Tag verwendet werden. Bei häufigerem Bedarf ist es ratsam auf ein länger wirkendes Präparat
umzusteigen.

Factsheet 3 - Tabakentwöhnung

Hintergründe und steirische Fakten

Nikotin-Depotpflaster
eignen sich für sogenannte Spiegelraucher/innen, d.h. Raucher/innen, die
über den Tag verteilt regelmäßig rauchen, um ihren Nikotinspiegel konstant zu halten. Um gut haften
zu bleiben, sollten Pflaster auf unbehaarte, trockene und cremefreie Körperstel en geklebt und vor
direkter Sonnen- oder Wärmeeinwirkung geschützt werden. Besonders gut eignet sich dafür bei-
spielsweise der Hüftbereich.
Je nach Abhängigkeit ist es sinnvoll zwei verschiedene Nikotinersatzpräparate wie z.B. Pflaster und
Kaugummis zu kombinieren. Die Anfangsdosierung sol te 2-3 Monate beibehalten, dann auf die Hälfte
reduziert und wiederum für ca. 2 Monate beibehalten werden. Danach folgt eine weitere Reduktion der
Dosis usw.
Denken Sie daran, dass alle auf den Beipackzetteln der Nikotinersatzpräparate aufgelisteten Neben-
wirkungen genauso für das Nikotin in den Zigaretten gelten, nur dass Zigaretten im Unterschied zu
Nikotinersatzpräparaten leider keine Beipackzettel haben müssen und in jeder einzelnen Zigarette
neben dem Nikotin noch bis zu 4800 weitere, zum Teil hochgiftige und krebserregende Stoffe vor-
kommen.
(Quelle: AWMF online, www.leitlinien.net, 2007)

Welche anderen medikamentösen Methoden werden bei der Tabakentwöhnung eingesetzt?
Zyban ®
Zyban wurde ursprünglich als Antidepressivum entwickelt ehe seine Wirkung bei der Tabakentwöh-
nung entdeckt wurde. Denn die meisten Testpatient/innen, die dieses Medikament einnahmen, hatten
als Nebenwirkung keine Lust mehr zu rauchen. Die Tabletten sind rezeptpflichtig und müssen vom
Arzt/von der Ärztin verschrieben werden. Zyban greift - wie jede gerauchte Zigarette übrigens auch -
in den Gehirnstoffwechsel ein, reduziert das Verlangen nach Nikotin und verringert mögliche Entzugs-
symptome.
Als Nebenwirkungen können Schlaflosigkeit, ein trockener Mund oder Verstopfungen, in seltenen
Fäl en - bei dazu veranlagten Menschen - auch Krampfanfäl e auftreten. Eine Anwendung sol te daher
gut abgewogen werden. Die Behandlungsdauer beträgt 7-12 Wochen.
Champix ®
Champix ist die neueste Nichtraucherpil e auf dem Markt, seit 1.3.2007 auch in Österreich erhältlich
und ebenfalls verschreibungspflichtig. Champix greift in den Gehirnstoffwechsel ein, indem es sich an
einen Nikotinrezeptor hängt und damit eine Anbindung des Nikotins verhindert. Dadurch reduziert
Champix das Rauchverlangen, schwächt mögliche Entzugserscheinungen ab und vermindert die
durch das Rauchen hervorgerufenen „Belohnungseffekte“. Die Behandlungsdauer beträgt 12-24 Wo-
chen. Laut europäischer Arzneimittelbehörde kann die Einnahme von Champix mitunter jedoch zu
nervösen und depressiven Verstimmungen, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Frustration oder Zorn, Angst,
Konzentrationsstörungen und innerer Unruhe führen. Bei ersten Anzeichen von Depressivität emp-
fiehlt es sich daher, umgehend die verschreibende Ärztin/den verschreibenden Arzt darüber zu infor-
mieren und gemeinsam das weitere Vorgehen zu besprechen.
(Quelle: AWMF online, www.leitlinien.net, 2007)

Welche alternativen Methoden gibt es?

Hypnose und CO.
Hypnose hat als therapeutisches Verfahren eine lange Tradition. Seit Jahrtausenden sind Suggestio-
nen und Trance-Rituale wichtige Bestandteile von Heilungsprozessen, deren Bedeutung in der mo-
dernen Psychotherapie und Medizin wieder zunehmend erkannt werden. Subjektiv wird der hypnoti-
sche Trancezustand von Patientinnen und Patienten in der Regel als Tiefenentspannung empfunden,
wobei manchmal lebhafte innere Bilder oder Gefühle zugänglich werden, die als wesentlich intensiver
und „realer“ wahrgenommen werden, als im Wachzustand. Suggestionen werden in Trance leichter
angenommen und können für Heilungsprozesse wie den Rauchstopp genutzt werden. Bei der Hypno-
se geht es nicht darum die Patientin/den Patienten zu manipulieren, sondern ihr/ihm Möglichkeiten zu
eröffnen, versteckte Fähigkeiten zu aktivieren und nutzbar zu machen. Im Trancezustand kommt es
zu einer Entspannung der Muskelpartien und einer veränderten Aktivierung bestimmter Hirnareale, die
Herzfrequenz und der Blutdruck sinken, die Atmung wird langsamer und regelmäßiger und der
Stresshormonspiegel nimmt ab.
Hypnose ist eine von der WHO nicht anerkannte Behandlungsform zur Tabakentwöhnung.
(Quelle: Abbot, Stead & White et al., 2001)

Factsheet 3 - Tabakentwöhnung

Hintergründe und steirische Fakten


Akupunktur
Akupunktur ist eine Therapieform der traditionellen Chinesischen Medizin. Ziel der Akupunktur ist die
Milderung bzw. Beseitigung von Entzugserscheinungen während der Tabakentwöhnung. Bei der Aku-
punktur werden Nadeln an bestimmten Punkten auf den sogenannten Körpermeridianen, jenen Ener-
giekanälen, die den Körper durchziehen, eingestochen. Durch das Nadeln werden energetische Blo-
ckaden behoben, der Energiefluss wieder normalisiert und eine Fernwirkung auf die mit diesen Meri-
dianen in Verbindung stehenden, inneren Organe erzielt. Akupunktur ist zwar grundsätzlich eine aner-
kannte Methode der Medizin, über deren Wirksamkeit bei der Tabakentwöhnung gibt es jedoch keine
aussagekräftigen Untersuchungsergebnisse. Daher wird die Akupunktur von der WHO nicht als Be-
handlungsform zur Tabakentwöhnung anerkannt.
(Quelle: Aiping & Meng,1994)

Homöopathie
Ziel der Homöopathie-Behandlung ist die Milderung bzw. Beseitigung von Entzugserscheinungen
während der Tabakentwöhnung und das Ausleiten der schädigenden Stoffe aus dem Körper. Da die
Homöopathie-Behandlung auf dem Prinzip „Ähnliches sol durch Ähnliches geheilt werden“, beruht,
muss die Auswahl der homöopathischen Mittel jeweils auf die zu behandelnde Person abgestimmt
werden. Die Unwirksamkeit ergibt sich meist aus der Wahl des falschen Mittels (zu unähnlich). Aus
diesem Grund sollten Sie sich unbedingt von einer/einem erfahrenen Homöopathin/Homöopathen
beraten lassen. Homöopathie ist eine von der WHO nicht anerkannte Behandlungsform zur Tabak-
entwöhnung.

Was ist die Schluss-Punkt-Methode?
Die Schluss-Punkt-Methode stel t keine speziel e Form der Raucherentwöhnung dar sondern be-
schreibt die Herangehensweise an den Rauchstopp. Im Gegensatz zur weit weniger effektiven Reduk-
tionsmethode, bei der der Zigarettenkonsum schrittweise reduziert wird, hört man bei der Schluss-
Punkt-Methode von einem Tag auf den anderen zu rauchen auf. Dazu vereinbart man mit sich selbst
einen Termin für den Rauchstopp. Um die Erfolgschancen für den Rauchausstieg zu erhöhen, ist es
wichtig, sich auf den Tag X gut vorzubereiten, indem man bereits vorab sein Rauchverhalten mittels
Rauchprotokol beobachtet und sich anstatt des obligaten Griffs zur Zigarette Alternativen überlegt.
Tipps für die richtige Vorbereitung und die ersten rauchfreien Tage finden Sie unter www.rauchfrei-
dabei.at.
Was kann eine Verhaltenstherapie leisten?
Für die Entwicklung einer Nikotinabhängigkeit spielen neben den körperlichen Faktoren auch soziale
(z.B. Gruppen mit niedrigerer schulischer Bildung rauchen eher als Gruppen mit höherem schulischen
Bildungsgrad), persönliche (z.B. die Zigarette zum Kaffee) und geschlechterspezifisch bedingte
Rauchgewohnheiten (z.B. Männer greifen eher zu stärkeren Zigaretten und rauchen eher gekoppelt
an angenehme Situationen) sowie deren symbolische Bedeutungen (z.B. die Zigarette als Zeichen der
individuellen Freiheit oder der Erwachsenenwelt bei Jugendlichen) eine erhebliche Rolle.
Ziel verhaltenstherapeutischer Seminare zur Raucherentwöhnung ist das Erkennen und Verändern
von erlernten Verhaltensweisen um vorhandene Reiz-Reaktionsschemata, die bei Raucher/innen den
Griff zur Zigarette auslösen, zu überwinden. Mit Methoden der Psychotherapie lässt sich auf diese
erlernten Verhaltensweisen Einfluss nehmen und damit gleichzeitig die Erfolgsrate für den Rauch-
stopp wesentlich erhöhen.
(Quellen: Wiener Krebshilfe, 2005; DHS, 2005)

Wie lange dauert die Behandlung der Nikotinabhängigkeit?
Je nach Methode bzw. Kombination von Methoden dauert die Behandlung zwischen 3 (stationäre
Behandlung) und 24 Wochen (ambulante Behandlung).
(Quellen: Wiener Krebshilfe, 2005)

Wie hoch liegen die Erfolgsraten beim Rauchstopp?
Bei den einzelnen Methoden zur Raucherentwöhnung wird „Erfolg“ sehr unterschiedlich definiert. „Er-
folg“ kann beispielsweise bedeuten, dass am Ende eines Raucherseminars nicht mehr geraucht wird,
dass nach dem Seminar nicht mehr als eine Zigarette in der Woche konsumiert wird oder aber, dass
die Person auch nach einem Jahr noch Nichtraucher/in ist. Diese unterschiedlichen Interpretationen
sind der Grund für die stark divergierenden Erfolgsangaben bei Entwöhnungsangeboten.

Factsheet 3 - Tabakentwöhnung

Hintergründe und steirische Fakten

Seriöse Erfolgsangaben beruhen auf wissenschaftlich festgesetzten Richtlinien und sind objektiv
überprüfbar, d.h. die Abstinenzquote nach 12 Monaten ist durch unabhängige Prüfinstanzen bewie-
sen. Viele Raucherinnen und Raucher benötigen mehrere Aufhörversuche. Der Weg zur Nichtrauche-
rin/zum Nichtraucher ist vielfach durch den Wechsel von Abstinenz und Rückfal gekennzeichnet.
Doch auch beim Rauchstopp gilt: je besser die Vorbereitung, desto größer sind die Erfolgschancen.
(Quelle: American Cancer Society, 2006)

Wie passiert die Veränderung hin zum Nichtraucher/zur Nichtraucherin?
Nach dem Model von Prochaska und DiClemente durchläuft der/die Raucher/in insgesamt 5 Phasen
bis zur Exraucherin/zum Exraucher:
Präkontemplation: Der/die Raucher/in formuliert noch keine Absicht zur Ent-
Kontemplation: Es wird ernsthaft über das Aufhören nachgedacht.
Vorbereitung: Es liegen bereits konkrete Pläne für den Zeitpunkt des
Aktion: Die Absicht/der Plan wird umgesetzt.
Aufrechterhaltung d. Abstinenz: Dies trifft zu, wenn über einen Zeitraum von wenigstens 6

Was passiert nach dem Rauchstopp im Körper?
Sichtbare und sofortige Wirkungen: Bereits nach kurzer Zeit riechen Kleidung, Haare und Atem nicht
mehr nach Rauch, Finger und Fingernägel weisen keine gelblichen Verfärbungen mehr auf, die Fle-
cken an den Zähnen verblassen. Auch Geschmacks- und Geruchssinn verbessern sich zunehmend,
das Essen schmeckt wieder besser. Alltägliche Dinge wie Hausarbeit und Treppensteigen gelingen,
ohne außer Atem zu kommen.
Gesundheitliche Wirkungen im Laufe der Zeit: Bereits nach 20 Minuten sinken Blutdruck und Herzfrequenz auf die Werte vor der
Nach 12 Stunden sinkt der Kohlenmonoxid-Spiegel im Blut auf normale Wer-
2 Wochen bis 3 Monate nach dem Rauchstopp verbessern sich Kreislauf und Lun-
Nach 1 bis 9 Monaten gehen Hustenanfäl e und Kurzatmigkeit zurück. Die Flim-
merhärchen der Atemwege erlangen ihre normale Funkti-onsfähigkeit (u.a. Reinigung der Lungen, Reduktion der Infektionsgefahr) wieder zurück. Nach 1 Jahr ist das Risiko an einer koronaren Herzkrankheit zu erkran-
ken nur mehr halb so hoch wie bei einem/einer Raucher/in. Nach 5 bis 15 Jahren ist das Schlaganfal risiko genauso hoch wie das einer/eines
Nach 10 Jahren ist das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, um die Hälfte
geringer, als bei einem/einer Raucher/in. Das Risiko einer Krebserkrankung in der Mundhöhle, Luftröhre, Speiseröh-re, Harnblase, in den Nieren und in der Bauchspeicheldrü-se nimmt ebenfal s ab. Nach 15 Jahren ist das Risiko an einer koronaren Herzkrankheit zu erkran-
ken gleich hoch wie das einer/eines lebenslangen Nicht-raucherin/Nichtrauchers. (Quelle: American Cancer Society, 2006)
Factsheet 3 - Tabakentwöhnung

Hintergründe und steirische Fakten

Was sind die häufigsten Entzugserscheinungen nach dem Rauchstopp?

In den ersten Tagen und Wochen nach dem Rauchstopp können, bedingt durch den Nikotinentzug,
Entzugserscheinungen auftreten, die jedoch nach sieben bis zehn Tagen deutlich nachlassen oder
sogar ganz verschwinden. Da die Entzugserscheinungen von Raucher/in zu Raucher/in sehr unter-
schiedlich ausfal en können, ist nicht vorhersehbar welche Symptome sich mit welcher Intensität und
Dauer möglicherweise bei der/dem jeweiligen Raucher/in einstel en.
Die häufigsten Entzugserscheinungen sind:
• starkes Rauchverlangen („craving“) • Schwindelgefühle • Niedergeschlagenheit • erhöhte Reizbarkeit und Frustration • Schlafstörungen, Probleme einzuschlafen und durchzuschlafen, schlechte Träume • Konzentrationsschwierigkeiten • Ruhelosigkeit • Kopfschmerzen • Müdigkeit • Heißhunger bzw. mehr Appetit (Quelle: American Cancer Society, 2006) Welche Rolle spielen der/die Partner/in bzw. die Kinder bei der Tabakentwöhnung?
Als Partner/in eines/einer Aufhörwil igen ist es wichtig, Freude über seinen/ihren Aufhörversuch aus-
zudrücken, sie/ihn zum Durchhalten zu ermutigen und aktiv dabei zu unterstützen, selbst in Stresssi-
tuationen ohne Zigaretten auszukommen. Wenig hilfreich ist es hingegen einen Rauchstopp einzufor-
dern, ohne konkrete Hilfe anzubieten, mangelndes Durchhaltevermögen zu bedauern und am Aufhör-
versuch Zweifel zu äußern.
Sind beide Raucher, ist es im Hinblick auf den Erfolg des Rauchstopps sinnvoll, die Entwöhnung ge-
meinsam zu planen und umzusetzen.
Was die Kinder betrifft, sol ten Eltern immer an ihre Vorbildwirkung denken. Das gilt insbesondere fürs
Rauchen, da Kinder rauchender Eltern erwiesenermaßen häufig selbst zu rauchen beginnen. Daher
ist es hilfreich, die Kinder darüber aufzuklären, wie schwierig das Aufhören im Vergleich zum Einstieg
ist.
(Quelle: BZgA, 2007; Wiener Krebshilfe, 2005)

Welche Institutionen und Einrichtungen in der Steiermark bieten Unterstützung bei der Tabak-
entwöhnung?
Kontaktadressen in Ihrer Umgebung finden Sie unter www.rauchfrei-dabei.at
Informieren Sie sich über die Tabakentwöhnungsangebote der Steiermärkischen Gebietskrankenkas-
se: 0316/8035-1919 Mo-Fr 10-12Uhr und Di 14-16Uhr.

Fazit
Die einzige Möglichkeit, um sich und andere vor den negativen gesundheitlichen Folgen des Zigaret-
tenkonsums zu bewahren, ist das Rauchen gänzlich aufzugeben. Der Wil e, den Glimmstängel ein für
al e mal auszudämpfen, ist bei den Steirerinnen und Steirern auf jeden Fall vorhanden. Laut Bevölke-
rungsbefragung gaben 70% al er Raucher/innen an, etwas bis sehr motiviert zu sein mit dem Rau-
chen aufzuhören. Die „einzig wahre“ Methode von der Nikotinabhängigkeit loszukommen gibt es
ebenso wenig, wie den „einzig richtigen“ Zeitpunkt dafür. Gute Vorbereitung sowie Hilfe und Unters-
tützung durch Partner, Kinder und kompetente Institutionen und Einrichtungen können die Erfolgs-
chancen beim Rauchausstieg jedoch wesentlich erhöhen.
Factsheet 3 - Tabakentwöhnung

Hintergründe und steirische Fakten

Quellen:

Abbot NC, Stead LF, White AR et al.: Hypnotherapy for smoking cessation (Cochrane Review). In: The Cochrane Library, Issue 2, Update Software, Oxford 2001 Aiping J, Meng C: Analysis of therapeutic effects of acupuncture on abstinence from smoking. J Tradit Chin Med. 1994; 14:56-63 American Cancer Society (Hrsg.) Guide to Quitting Smoking, http://www.cancer.org/docroot/PED/content/PED_10_13X_Guide_for_Quitting_Smoking.asp, 2006, Stand: 24.09.2007 AWMF online, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesel schaften, www.leitlinien.net, Leitlinien der Dt. Ges. f. Suchtforschung und Suchttherapie und der Dt. Ges. f. Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde; Stand: 27.09.2007 Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) (Hrsg.): Ja, ich werde rauchfrei, Broschüre, Köln, 2007 Deutsches Krebsforschungszentrum (dkfz), Bundesärztekammer (Hrsg.): Dem Tabakkonsum Einhalt gebieten – Ärzte in Prävention und Therapie der Tabakabhängigkeit Heidelberg und Berlin, 2005 Dol R., Peto R. , Wheatley K., I. Sutherland I.: Mortality in relation to smoking: 50 years’ oberservations on male British doctors, BMJ 328 : 1519, 2004 Kunze U. Schmeiser-Rieder, A.; Schoberberger, R.: European Medical Association Smoking or Health – Konsensuspapier Rauchertherapie: Richtlinien für Ärzte, in: Sozial- und Präventivmedizin, Volume 43, Number 3, 1998 VIVID, Fachstel e für Suchtprävention: Rauchen in der Steiermark, Ergebnisse der Bevölkerungs- und Schüler/innenbefragung 2006, Graz, 2007 (unveröffentlicht) Wiener Krebshilfe - Krebsgesel schaft (Hrsg.): 100 Antworten auf Ihre Fragen zum Thema (Nicht)Rauchen, Wien, 2005




Impressum

2008 VIVID, Fachstel e für Suchtprävention, Graz
Autoren:
MMag. Andrea Kol er, Mag. Jakob Schweighofer
Zitierweise:
VIVID, Fachstel e für Suchtprävention (Hrsg.): Factsheet 3 – Tabakentwöhnung. Hintergründe und steirische Fakten, 2008
Verantwortlich für den Inhalt:
Tabakpräventionsstrategie Steiermark – Koordinationsstelle
c/o VIVID – Fachstel e für Suchtprävention
Hans-Sachs-Gasse 12/II
8010 Graz
Umgesetzt durch:

Source: http://rauchfrei-dabei.at/_pdf/47d93d7fe35d7.pdf

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Week 4 2014 - Solutions How do hormones change the functioning of cells? A hormone can change the functioning of cells in a number of ways. They change the type,activities or quantities of proteins produced. They also change the activities of enzymes or bychanging the concentration of enzymes. Activate certain genes in the nucleus so enzymes produce a particular type of proteins. Chang

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